Der Laden

Ein ökumenisches Ehrenamtsprojekt für Menschen mit geringerem Einkommen.

„Ich gehe mal schnell in den Laden“ – mit diesen oder ähnlichen Formulierungen wird in der Regel der Gang zu einem Geschäft, einem Kiosk o.ä. angekündigt.

Wenn jemand jedoch in den Laden auf den Kirchplatz der Johanneskirche geht, dann ist DER LADEN gemeint – das ökumenische Projekt der evangelischen und katholischen Kirche in Oer-Erkenschwick.

Dieser LADEN bzw. das Projekt hat sich die Unterstützung von Menschen mit geringem Einkommen zur Aufgabe gemacht.

 

Wie kam es dazu?

Schon 2002 wurde im Pfarrbüro St Josef und kurz drauf im Keller des Kindergartens St Marien (der z Zt neu gebaut wird) Lebensmittel an bedürftige Familien verteilt. Nach Inkrafttreten der sog. Hartz-Gesetzte ( z B Hartz IV) verschärfte sich die Situation vieler Familien. 2006 wurde dann das ökumenische Projekt der LADEN gegründet. Es erfolgte der Umzug des Lebensmittelprojektes an die heutige Stelle. Im Mai 2007 öffnete erstmals der „Caritas-Shop“ im Keller des Pfarrhauses Christus-König seine Türen für Second-Hand-Haushaltswaren. Im Juni 2009 folgte dann der „Kleiderladen“ im Familienzentrum (Kita) an der Stettiner Straße.

Der große Wurf folgte dann im März 2014: Der Caritas-Shop und der Kleiderladen zogen ebenfalls zur Goethestr. 2 um. Somit sind jetzt alle Teile des LADEN zusammen über den Kirchplatz der Johanneskirche erreichbar.

 

Was macht den LADEN aus?

In den verschiedenen Abteilungen können Menschen mit geringem Einkommen günstig Lebensmittel, Kleidung und Haushaltsgegenstände erwerben. Im LADEN-Ausweis- und Beratungsbüro wird bei Vorlage entsprechender Nachweise (z.B. ALG II-Bescheid-Bürgergeld) ein Berechtigungsausweis ausgestellt. Damit kann 1 x im Monat eingekauft werden. Im Lebensmittelbereich gibt es haltbare Waren des täglichen Bedarfs (z B Milch, Mehl, Öl, Margarine, Nudeln, Dosenkonserven, Marmelade etc), die zeitnah vom regionalen Lebensmittelhändler zu regulären Preisen beschafft wurden. Die Abgabemenge richtet sich nach der Größe des jeweiligen Haushaltes. Im Second-Hand-Bereich gibt es – jahreszeitlich angepasste- Bekleidung, Schuhe, Bettwaren, Porzellan, Besteck, Haushaltswaren und was sonst noch an Spenden eintrifft.

Die Finanzierung (der Lebensmittel) erfolgt u.a. durch den Second-Hand-Bereich und Spenden von u.a. Privatleuten, Firmen oder Institutionen. Dazu dient auch der mindestens 2 x im Jahr stattfindende „offene“ Verkauf, bei dem ohne Berechtigungsausweis im Second-Hand-Bereich gestöbert werden kann. Ebenso findet in der Regel  2 x im Jahr ein Bücher- und Spielemarkt statt. Dort gibt es dann sicher für Jede*n das passende Buch oder Spiel – für Groß und Klein.

 

Wo kommen die Waren her?

Lebensmittel werden vom LADEN-Team bei einem Lebensmittelhändler der Region zu dessen handelsüblichen Preisen gekauft sowie Lebensmittelspenden, insbesondere von Bürgerinnen und Bürgern. Second-Hand-Ware kann an den zentralen Abgabetagen (in der Regel 1 x je Monat) im LADEN Lokal abgegeben werden. Bei der Annahme wird darauf geachtet, dass die Waren mängelfrei und für unseren Kundenkreis nutzbar sind. Nicht verwendungsfähige Ware muss leider abgewiesen werden.

 

Wer macht das alles?

Rund 70 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass der LADEN läuft. Angefangen wird bei der Ausgabe der Berechtigungsausweise und damit verbunden mit der Beurteilung der vorgelegten Unterlagen.

Für den Lebensmittelbereich steht dann die Disposition der nötigen Lebensmittel (Inventur und Bestellung) sowie der Transport der Waren mit dem Bully einschl. Verbringen in den Verkaufsraum und Einräumen in die Regale an. Beim Verkauf werden Wartemarken ausgegeben, am Eingang gibt es dann den Einkaufszettel, am Verkaufstresen werden die Kunden bedient und an der Kasse wird in bar bezahlt. Sollte für Asylbewerber die Bezahlkarte eingeführt werden, kann diese nicht eingesetzt werden. Aus der benachbarten Garage heraus werden Sonderartikel, die z B aus Spenden stammen und nicht immer vorhanden sind, verkauft.

 

Für den Second-Hand-Bereich beginnt alles bei der zentralen Spendenannahme, die aus Platzgründen im Lebensmittelbereich stattfindet. Die meisten Spender kommen mit dem PKW. Zur Sicherheit insbesondere von Fußgängern werden PKW nur nach und nach vorgelassen und eingewiesen. Die Spenden werden dann gesichtet, auf Verwendbarkeit geprüft und grob sortiert. In den Folgetagen werden die Spenden in den jeweiligen Abteilungen (zB Kleidung für Damen, Herren und Kinder, Haushaltwaren, Porzellan etc) einsortiert. Beim Wechsel der Jahreszeiten erfolgt auch ein Tausch z B von Winter- zu Sommerbekleidung. Am Verkaufstag gibt es ein ähnliches Wartemarken- bzw Bezahlsystem wie beim Lebensmittelbereich.  In den jeweiligen Abteilungen stehen Beraterinnen zur Verfügung.

 

Gelenkt wird der LADEN durch eine „Leitungsrunde“, in der alle Bereiche – ehrenamtlich – vertreten sind. Zur Runde gehören auch die Geistlichen der beiden Kirchengemeinden bzw deren Beauftragte – das sind quasi die einzigen berufsamtlichen Personen im ganzen LADEN-Gefüge.

 

Und wenn Sie jemanden kennen, dem es finanziell schlecht geht, schicken Sie ihn einfach bei uns vorbei. Anhand seiner Unterlagen können wir dann informieren, ob ein Berechtigungsausweis ausgestellt werden kann. Besser ist es, einmal mehr zu fragen, als sich hinterher zu ärgern.

Informationen zum LADEN und auch die Termine finden Sie auf der Homepage unter www.der-laden-oer-erkenschwick.de. Erreichbar ist der LADEN an der Goethestr. 2 in Oer-Erkenschwick per Mail an info@der-laden-oer-erkenschwick.de und telefonisch über das Pfarrbüro St Josef unter 02368/8920560

 

Autor: Walter Schain vom LADEN-Team