16/04/2026 0 Kommentare
Konfirmation
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# Jugendarbeit

Konfirmation
Was ist Konfirmation?

Eines bekommen Konfirmanden heute nicht mehr: fertige Antworten auf fertige Fragen. Glaube ist Gewissenssache, er lässt sich nicht verordnen. Die Zeiten, als junge Konfirmanden Martin Luthers "Kleinen Katechismus" auswendig lernten, sind vorbei. "Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern es heilig halten, gerne hören und lernen", so ging es über viele Seiten. Was Menschen auswendig gelernt haben, in sich tragen, hilft in Zeiten der Not stellte man sich vor. Ob ausgerechnet der Katechismus hilft, hat damals niemand überprüft. Die Reformatoren hatten die Katechismen eigentlich als Tauflehre gedacht. Die Jugendlichen waren als Säuglinge getauft worden, nun sollten sie die Unterweisung im Glauben nachholen. Doch die Pfarrer machten es sich in der Regel zu leicht. Wer den Katechismus aufsagen konnte, hatte bestanden und durfte fortan am Abendmahl teilnehmen. Kritik am sturen Auswendiglernen gibt es schon lange. 1667 besuchte der Pietist Philipp Jakob Spener die Landgemeinde Bonames nördlich von Frankfurt. Hier erlebte Spener erstmals eine öffentliche Konfirmation: Die Jugendlichen eines Jahrgangs, die der Pfarrer im Katechismus unterwiesen hatte, standen im Gottesdienst vor der Gemeinde und verpflichteten sich öffentlich, ein christliches Leben zu führen. Spener war begeistert: Konfirmation als Entscheidung für den christlichen Glauben, nicht bloß als sinnlose Paukerei. Allmählich verbreiteten sich öffentliche Konfirmationen. Heute fallen sie meist viel größer aus als Tauffeiern. Dabei sind Taufe und Abendmahl zentral fürs Christentum, die Konfirmation nicht. Öffentliche Bekenntnisse sieht man heute kritischer als vor 350 Jahren. Diktatoren und Faschisten haben versucht, Menschen mit feierlichen Gelöbnissen gleichzuschalten, zuletzt auch DDR-Funktionäre. Taufe und Konfirmation zielen auf das Gegenteil. Sie sollen Menschen stärken, in eigener Verantwortung ihren Weg zu gehen.
Burkhard Weitz Aus: "chrismon", das evangelische Monatsmagazin der Evangelischen Kirche. www.chrismon.de
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